Die häufigste Sprachauffälligkeit, die Kinder im Vor- und Grundschulalter entwickeln ist eine Sprachentwicklungsstörung. Sie ist eine nicht altersgemäße Entwicklung der
sprachlichen Fähigkeiten eines Kindes.
Sprachentwicklungsstörungen treten isoliert als spezifische Sprachentwicklungsstörung (SSES), auch primäre Sprachstörungen genannt oder im Zusammenhang mit weiteren Störungen der
kindlichen Entwicklung auf . Diese werden Sprachentwicklungsstörung (SES), auch sekundäre Sprachstörung genannt.
Eine spezifische Sprachentwicklungsstörung liegt z.B. bei sogenannten Late Talkern vor (späte Wortlerner). Late Talker beginnen oft erst weit nach dem zweiten Lebensjahr zu
sprechen, wobei alle anderen Bereiche normal entwickelt sind. Sie lernen nur sehr langsam neue Wörter und sprechen mit zwei Jahren noch keine 50 Wörter. Ebenso bilden sie noch keine
Wortkombinationen, wie „Baby da“, „Mama weg“. Die Elternberatung und Elternanleitung stellt hierbei ein sehr wichtiger Therapiebaustein dar. Bis zum dritten Geburtstag kann ca. die Hälfte der
Late Talker den Sprachrückstand aufholen. Sie werden Late Bloomer genannt. Die anderen 50% der Kinder entwickeln mit drei Jahren eine spezifische
Sprachentwicklungsstörung.
Bei einer Sprachentwicklungsstörung können alle Sprachebenen betroffen sein. Man unterscheidet zwischen der phonetisch-phonologischen (artikulatorischen), der
semantisch-lexikalischen ((Wortschatz-), der syntaktisch-morphologischen (grammatikalischen) und der pragmatisch-kommunikativen Sprachebene.
Lesen Sie mehr zu diesem Thema: Störungen des Spracherwerbs - Informationsbroschüre des dbs (Deutscher Bundesverband für akademische Sprachtherapie und Logopädie)
Phonetisch-phonologische Störungen (Aussprachestörungen)
Aussprachestörungen (Dyslalien) betreffen fehlgebildete Laute bzw. Lautverbindungen. Häufig ist mehr als nur ein Laut betroffen. Man unterscheidet zwischen phonetischen und
phonlogischen Störungen. Ist die phonetische Sprachebene betroffen, liegt zum Beispiel ein einfaches Lispeln (Sigmatismus) vor.
Es kann aber auch sein, dass zum Beispiel alle Zischlaute (s,ch,sch …) verhärtet gebildet werden und sich dann wie t oder k anhören. Hier können die Laute im sprachlichen Kontext nicht korrekt
gebildet werden. Das Regelsystem, das der Sprache zugrunde liegt, ist gestört. Ähnlich klingende Laute wie k und t können z.B. in den Worten "Keller-Teller" nicht unterschieden werden. Man
spricht von einer phonologischen Störung. Häufig trifft man auf Mischformen, die dann phonetisch-phonologische Störungen genannt werden.
Syntaktisch-morphologische Störungen (Dysgrammatismus) Im Rahmen einer Sprachentwicklungsstörung kommt es ebenso zu Auffälligkeiten auf der syntaktisch-morphologischen Sprachebene, Störungen im Erwerb und Gebrauch der Grammatik (Dysgrammatismus). Hier kann zum einen der Gebrauch der Sätze betroffen sein. Man spricht hier in der Fachliteratur von Störungen in der Syntax (altgr.: Syntax = Satzbau). Zum anderen kommt es auch zu Schwierigkeiten in der Anwendung von verschiedenen Wortformen (z.B. Verbformen, Pluralbildung von Nomen, Adjektivendungen, usw.).
Eine spezifische Sprachentwicklungsstörung liegt z.B. bei sogenannten Late Talker vor (späte Wortlerner). Late Talker beginnen oft erst weit nach dem zweiten Lebensjahr zu sprechen, wobei alle anderen Bereiche normal entwickelt sind. Sie lernen nur sehr langsam neue Wörter und sprechen mit zwei Jahren noch keine 50 Wörter. Ebenso bilden sie noch keine Wortkombinationen, wie „Baby da“, „Mama weg“. Die Elternberatung und Elternanleitung stellt hierbei ein sehr wichtiger Therapiebaustein dar. Bis zum dritten Geburtstag kann ca. die Hälfte der Late Talker den Sprachrückstand aufholen. Sie werden Late Bloomer genannt. Die anderen 50% der Kinder entwickeln mit drei Jahren eine spezifische Sprachentwicklungsstörung.
Eine weitere Auffälligkeit auf der phonetischen und/oder phonetisch-phonologischen Sprachebene ist die Entwicklungsdyspraxie. Die Artikulation dieser Kinder kann so schwer betroffen sein, dass sie für Außenstehende häufig nicht zu verstehen sind. Die Kinder sind in ihrer Sprechbewegungsplanung beeinträchtigt und der für die Artikulation notwendige Artikulationsstellenwechsel im Mundraum gelingt nicht automatisch.